Schreibaufgabe 2: Sprachbiographie
Aufgabe:Lies mal den folgenden Text und schreib eine eigene Sprachbiographie.
Titel: Sprachbiographie von Cornelia Steinmann
Meine Muttersprache
Meine Muttersprache ist Deutsch. Ich wurde in der Deutschschweiz geboren und deshalb habe ich zuerst Schweizerdeutsch gelernt und gesprochen. Schweizerdeutsch ist ein Dialekt der deutschen Sprache. Die Standardsprache kam erst sp.ter, als meine Eltern mir Bücher vorlasen und ich selber lesen lernte.
Trotzdem ist für mich Deutsch meine Muttersprache und nicht Schweizerdeutsch. Meine Muttersprache hat einfach zwei Teile, den Dialektteil und den Standardteil. Standarddeutsch ist für mich also keine Fremdsprache, aber viele andere Schweizer empfinden das so.
Meine Fremdsprachen
Meine erste Fremdsprache war Englisch. Mein Vater arbeitete im Ausland (in Südafrika, im Irak, in Katar und Bahrein). Meine Eltern kannten dort keine Schweizer. Sie hatten englischsprachige Freunde und ich besuchte eine englischsprachige Playgroup (Spielgruppe). Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber meine Eltern haben mir erz.hlt, dass ich mit den anderen Kindern Englisch gesprochen h.tte und ich
habe auch noch englischsprachige Kinderbücher aus dieser Zeit. Als ich fünf Jahre alt war, kam ich zurück in die Schweiz. Dort sprach niemand Englisch. Ich habe diese Sprache einfach vergessen. Als ich mit vierzehn in der Schule wieder Englisch lernte, konnte ich nicht mehr, als die anderen Kinder. Aber Englisch war für mich immer leicht und nicht fremd. Irgendwie ist die Sprache doch in meinem Kopf h.ngen geblieben. Heute ist Englisch für mich eher eine Zweit-als eine Fremdsprache.
Die erste Fremdsprache, die ich in der Schule lernte, war Franz.sisch. Franz.sisch ist eine
Landessprache der Schweiz und deshalb lernten wir sie zuerst. Ich mochte den Klang der franz.sischen Sprache, aber ich hatte immer Probleme mit der Rechtschreibung. Ich fand es auch schade, dass wir zwar Literatur lasen, aber fast nie die Zeitung. Als ich das erste Mal l.nger in der Romandie (= der franz.sische Teil der Schweiz) war, konnte ich zwar über Literatur sprechen, aber mir fehlten ganz viele Alltagsw.rter. Heute kann ich franz.sisch gut verstehen und ich spreche es auch ganz gut, aber schreiben kann ich es nicht. Englisch kann ich definitiv besser, obwohl ich in der Schule l.nger Franz.sisch gelernt habe.
Nach Franz.sisch kam Latein. Ich habe die Sprache nur gew.hlt, weil ich dadurch nicht mehr in den Handarbeitsunterricht musste. Das war ein Glücksfall. Lateinübersetzen war für mich wie Kreuzwortr.tsel l.sen. Es war eine Kombination von Logik und Intuition und hat mir grossen Spass gemacht. Auch die Kultur der R.mer hat mich sehr interessiert. Sp.ter war ich dann sehr froh, dass ich Latein gew.hlt hatte, denn man braucht in Zürich Latein, wenn man Geschichte oder Sprachen studieren will.
Ich habe auch noch je ein Jahr Altgriechisch und Althebr.isch gelernt, aber das war schwieriger für mich, die fremden Schriften machten mir Mühe. Von diesen beiden Sprachen habe ich so gut wie alles wieder vergessen, aber Latein kann ich immer noch relativ gut.
Alle sp.teren Sprachen habe ich freiwillig gelernt. Italienisch war ein Freifach in der Schule. Holl.ndisch habe ich in einem Kurs an der Uni gelernt und im Moment lerne ich Ungarisch. Ich habe mit diesen Sprachen aus Interesse an den jeweiligen Kulturen angefangen und weil ich wissen will, wie verschiedene Sprachen funktionieren. Bei Ungarisch kam dazu, dass diese Sprache hier nur wenige Leute sprechen. Ungarisch klingt für uns ziemlich exotisch und das hat mich fasziniert. Italienisch und Holl.ndisch verstehe ich heute ziemlich gut. Ungarisch muss ich noch viel lernen, aber die Sprache gef.llt mir sehr.
Wie ich am besten Sprachen lerne
Für mich ist die Kommunikation die Hauptmotivation beim Sprachenlernen. Deshalb fange ich immer sofort an, die Sprache zu benützen. Auch wenn ich nur drei W.rter kann, fange schon an, sie zu sprechen und zu schreiben. Das ist gibt manchmal komische Resultate, weil ich die Antwort nicht verstehe, aber so lerne ich und mache die Sprache zu meiner eigenen.
Für mich ist es wichtig, mit einer Sprache interessante Dinge zu tun. Ich versuche Texte zu h.ren und zu lesen, die mich interessieren. Wenn ich nicht alles verstehe, st.rt mich das nicht. Ich schlage meistens erst dann im W.rterbuch nach, wenn ich das Gefühl habe, dass ich den Text überhaupt nicht verstehe.
Neue W.rter versuche ich immer sofort selber zu benützen. Manchmal mache ich auch Wortschatzkarten, aber das braucht leider viel Disziplin. Aber es w.re sehr nützlich. Am Anfang lerne ich oft ganze S.tze. Grammatik benütze ich vor allem, um besser zu verstehen. Sie hilft mir beim Lesen und auch beim Lernen von Ausdrücken. So kann ich mir besser merken, welche W.rter wo stehen. Beim Sprechen denke ich selten an Grammatikregeln. Hauptsache, die Leute verstehen mich!